Automatikuhr – eine Uhr ohne Batterie?

Die Uhr mit Selbstaufzug

Eine mechanische Armbanduhr ohne Batterie. Die Uhr mit automatischem Aufzug wird selbstständig durch den Träger der Uhr aufgezogen. Dies geschieht allein durch die natürlichen Armbewegungen.
Durch die Armbewegungen wird mittels eines Rotors ein Drehmoment erzeugt und die Feder mithilfe einer Zahnradübersetzung aufgezogen.

Geschichte

Die erste Taschenuhr mit automatischen, bidirektionalem Aufzug mit Rotor und Wechsel wurde von Abraham-Louis Perrelet im Jahre 1775 gebaut. Nur drei Jahre später 1778 hatte auch Hubert Sarton eine Taschenuhr mit automatischem Aufzug entwickelt.
Die erste funktionsfähige Automatikarmbanduhr mit einseitig aufziehbarem Rotor, war die Rolex Oyster Perpetual von 1931. Das in der Uhr verbaute Prinzip des Rotor-Selbstaufzugs, von dem aus Kulmbach stammenden Hans Wilsdorf, wurde 1932 patentiert.

Funktionsprinzip

Der Rotor ist ein um eine Achse rotierendes Gewicht. Dieses Gewicht möchte aufgrund der Massenträgheit und der Schwerkraft an seiner Position verharren. Durch die Rotation wird ein Drehmoment auf den Aufziehmechanismus ausgeübt und die Feder gespannt.
Die Feder kann bidirektional (in beide Drehrichtungen) oder unidirektional (in nur eine Drehrichtung) aufgezogen werden.

Die Gangreserve

Sind die Federhäuser der Automatikuhr durch ständiges Tragen vollständig aufgezogen läuft das Uhrwerk auch ohne weitere Bewegung einige Zeit weiter. Die Gangreserve bezeichnet also die Zeitdauer in der das aufgezogene Uhrwerk noch läuft, nachdem sie das letzte Mal bewegt wurde.
Je nach Federhaus beträgt die Gangreserve der meisten Automatikuhren 35 bis 60 Stunden. Mittlerweile gibt es Kombinationen von Federhäusern welche eine Gangreserve von bis zu 30 Tagen ermöglichen.